CfP for an Anthology on: Nestbeschmutzer oder Korrespondenzen jenseits der Hassliebe. Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard

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CALL FOR CONTRIBUTIONS (Sammelband):

“Nestbeschmutzer oder Korrespondenzen jenseits der Hassliebe. Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard”

Herausgegeben von Bastian Reinert und Clemens Götze

Rechtzeitig zu zwei Jubiläen wollen wir mit unserem 2014 erscheinenden Sammelband – es jähren sich dann die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an Elfriede Jelinek zum 10. und Thomas Bernhards Todestag zum 25. Mal – eine aktuelle Forschungslücke schließen. Über die Literaturnobelpreisträgerin und Mythenzerstörerin Jelinek und den als Unterganghofer und Verweigerungskünstler titulierten Bernhard ist bereits viel geschrieben worden. Es herrscht sowohl in der öffentlichen Meinung wie auch in der literaturwissenschaftlichen Forschung inzwischen weitgehend Einigkeit darüber, dass es sich bei Jelinek und Bernhard um Medienverführer und Meister der Provokation handelt, die darum von der Kritik nicht eben selten mit dem Etikett “Nestbeschmutzer/in” bedacht wurden. Auch das Publikum zeigte sich zumeist verstört und irritiert, aber in beiden Fällen auch von Anfang an auf eine magische Weise angezogen und fasziniert. So offenkundig aber beider Autoren Medienpräsenz sich immer wieder darstellt, so auffallend selten hat die Literaturwissenschaft bislang explizit Berührungspunkte und Divergenzen zwischen Jelinek und Bernhard zum Thema eingehender Studien gemacht. Zwar gilt sowohl für Bernhard als auch für Jelinek, dass die literaturwissenschaftlichen Abhandlungen über ihr Werk inzwischen ein kaum überschaubares Ausmaß angenommen haben, aber Forschungsarbeiten, die sich der künstlerischen Korrespondenz beider Autoren annehmen, sind sowohl im Umfang als auch im Perspektivspektrum noch immer sehr vereinzelt und werden daher zum Anlass genommen, jenes Desiderat in einem Sammelband zur Disposition zu stellen.

Inwieweit können bei beiden Autoren Parallelen ausgemacht werden, welche Funktionsweisen lassen sich aufzeigen und wie lässt sich der Umgang mit ihnen vergleichen? Sind nicht gerade die ‘Sprachflächen’ Jelineks in direkter Korrespondenz zu Bernhards Figuren und deren nicht enden wollender Rede zu lesen? Und liegt nicht gerade in der Aufreibung beider Autoren ein Bild der Empörung über die Zustände in einem Österreich, gegen das es noch immer anzuschreiben gilt? “Ich will kein Theater. Ich will ein anderes Theater”, fasste Jelinek 1989, in Bernhards Todesjahr, ihre Theaterprogrammatik zusammen. Seitdem haben mehrere Studien theaterästhetische oder dramaturgische Lektüren ihrer Werke erprobt, doch ist ihre Bühnenpräsenz tatsächlich indirekter Ausdruck künstlerischer Vorlieben und literarischer Wertungen? Und wo steht dann Bernhard auf dieser Skala?

Neben international etablierten Jelinek- und Bernhard-ForscherInnen, die ihre Mitarbeit bereits fest zugesagt haben, suchen wir noch weitere Beiträge. Vorschläge von Promovierenden und anderen Nachwuchswissenschaftlern sind ausdrücklich erwünscht und können sich (müssen sich aber nicht) an folgenden Themenkomplexen und Leitfragen orientieren:

– motivvergleichende Untersuchungen (philologisch, philosophisch, theoretisch, genderorientiert, komparatistisch, wirkungsästhetisch usw.) zu: Frauen- und/oder Männerbild, Vergangenheitsbewältigung und kulturelles Gedächtnis, Provokation und Österreichhass, Gewalt, Macht und zwischenmenschliche Beziehungen, Tod/Untote, Bewegung/Stillstand, Körperlichkeiten, Tabuisierung u.ä.;
– Analysen stilistischer Komponenten wie Erzählweisen (Erzählperspektiven, Mehrstimmigkeit, hybrides Erzählen, Irritation und Diffusion im Erzählvorgang), Sprachvarianz (z.B. Stilmittel der Wiederholung, Umdeutung usf.), linguistische und lexiaklische Details sowie Sprachrhythmik und Textgenetik, entmythologisierende und ideologiekritische Verfahren;
– Inter- oder Intratextualitätskonzepte versus „name-dropping“, Traditionsbezüge und Klassikeraneignungen;
Dramen- und Theaterkonzeptionen, Theatralitätsmarker, Performativität, Lektüre- und Aufführungsstrategien;
Aspekte einer literarischen Kanonisierung (Stichwort: Bernhards Ableben versus Ehrung Jelineks mit dem Literaturnobelpreis);
– Schreibprozessualität und Autorschaft, mediale & literarische (Selbst)inszenierung (Produktion gegensätzlicher Medienbilder, Rollenverhalten/Feindbilder, Interviewtechniken, Aufmerksamkeitssteuerung, Provokation).

Wir laden Sie herzlich ein, Vorschläge zu den oben genannten oder weiteren relevanten Themenkomplexen zu Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard per Email mit dem Betreff “Sammelband Bernhard/Jelinek” bis zum 15.6.2013 an die beiden Herausgeber Bastian Reinert (bastianreinert@uchicago.edu) und Clemens Götze (cgoetze@uni-potsdam.de) zu senden. Bitte fügen Sie als Word-Dateien folgendes bei:
– Arbeitstitel & Abstract (maximal 400 Wörter)
– kurzes CV (maximal eine Seite)

Rückmeldung zu Ihrem eingesandten Abstract erhalten Sie bis zum 30.6.2013. Die fertigen Beiträge (max. 35.000 Zeichen) erbitten wir bis zum 15.1.2014. Wir bitten darum, diese unverrückbare Deadline schon beim Einreichen des Abstracts zu berücksichtigen, da der Band bereits im Sommer 2014 erscheinen soll.

Mit Fragen wenden Sie sich bitte jederzeit gerne an uns
Bastian Reinert & Clemens Götze

Bastian Reinert, Ph.D. Cand.
The University of Chicago
Department of Germanic Studies
Classics Building, Room 25F
1050 East 59th Street
Chicago, IL 60637, USA
Email: bastianreinert@uchicago.edu

Clemens Götze, M.A.
Universität Potsdam
Philosophische Fakultät
Institut für Germanistik
Am Neuen Palais 10, Haus 05
14469 Potsdam
Email: cgoetze@uni-potsdam.de

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